Kurze Antwort
Ein guter Monatsbericht für eine OnlyFans Creatorin zeigt die Einnahmen nach Quelle aus ihren OnlyFans Abrechnungen, die Entwicklung der Abonnenten (neu, aktiv, abgelaufen, Verlängerungen), die Chat-Aktivität, gesendete und freigeschaltete PPV, Promos und ihre Ergebnisse sowie den verwendeten Content. Am Ende stehen die Berechnung der Aufteilung Schritt für Schritt und ein kurzer Plan für den nächsten Monat. Schick zusätzlich ein kurzes Wochenupdate und berichte schwache Monate genauso detailliert wie gute.
Das Wichtigste
- Transparenz ist einer der wichtigsten Gründe, warum Creatorinnen bleiben: Ein klarer Bericht beantwortet Fragen, bevor Zweifel entstehen.
- Nimm die Umsätze aus den OnlyFans Abrechnungen der Creatorin selbst, damit sie jede Zahl prüfen kann.
- Zeig die Aufteilung jeden Monat als vollständige Rechnung, von brutto über netto bis zum Anteil jeder Seite.
- Nutze eine feste Vorlage: ein kurzes Wochenupdate und einen vollständigen Monatsbericht mit immer gleichen Abschnitten.
- In einem schwachen Monat kommen zuerst die Zahlen, dann belegte Ursachen und ein konkreter Plan.
Warum Transparenz Creatorinnen hält
Die meisten Creatorinnen verlassen eine Agentur nicht wegen eines schwachen Monats. Sie gehen, weil sie nicht mehr verstehen, was die Agentur tut und wohin ihr Geld fließt. Ein regelmäßiger Bericht ersetzt Vermutungen durch Fakten: was verdient wurde, was das Team gemacht hat, was funktioniert hat und was nicht. Er schützt auch die Agentur, denn wer die Arbeit jeden Monat sieht, glaubt einer Konkurrenz mit großen Versprechen viel seltener.
Der Bericht ist außerdem ein Führungswerkzeug für dich. Wenn du ihn vorbereitest, schaust du dir jeden Account an einem festen Termin an, vergleichst ihn mit dem Vormonat und erkennst Probleme früh, etwa sinkende Verlängerungen oder einen Chatter, der nachts langsam antwortet. Wenn du einen Abschnitt nicht füllen kannst, misst du meistens etwas nicht, das du messen solltest.
Woher die Zahlen kommen
Umsätze sollten immer aus den OnlyFans Abrechnungen der Creatorin stammen, die die Einnahmen nach Art aufschlüsseln: Abos, Trinkgelder, Nachrichten, Posts und Empfehlungen. Weil sie Zugriff auf dieselben Abrechnungen hat, kann sie jede Zahl nachprüfen. Gib den genauen Zeitraum an und ob die Beträge brutto (was Fans gezahlt haben) oder netto (nach der OnlyFans Gebühr von 20%) sind, und bleib jeden Monat bei derselben Regel.
Aktivitätsdaten kommen aus deinen eigenen Tools und Aufzeichnungen. In FansTracker zum Beispiel zeigen die Aktivitäts-Insights pro Creatorin Nachrichten und abonnierte Fans über 7, 30 oder 90 Tage, Fanprofile trennen abonnierte und abgelaufene Fans, und du kannst Daten als CSV exportieren, um den Bericht in einer Tabelle zu bauen. Die Synchronisierung der Einnahmen ist in Entwicklung, deshalb kommen Umsätze vorerst weiter aus den OnlyFans Abrechnungen, und ein Creator-Portal, in dem Creatorinnen ihre Berichte selbst sehen, ist ebenfalls in Entwicklung.
Welche Kennzahlen hineingehören
Halte die Liste so kurz, dass sie in fünf Minuten gelesen ist, und so stabil, dass du Monat für Monat vergleichen kannst. Jede Kennzahl sollte eine echte Frage der Creatorin beantworten: Wie viel habe ich verdient, wächst mein Publikum, werden meine Fans gut betreut und was tut die Agentur, damit der Account wächst? Stell jede Zahl neben den Vormonat, damit Trends sofort sichtbar sind.
- Einnahmen nach Quelle laut OnlyFans Abrechnung: Abos, Nachrichten und PPV, Trinkgelder, Posts, Empfehlungen und gegebenenfalls Streams.
- Neue Abonnenten, aktive Abonnenten zum Monatsende, abgelaufene Abos und Verlängerungen, und falls du es erfasst, wie viele die automatische Verlängerung aktiv haben.
- Chat-Aktivität: gesendete und empfangene Nachrichten und typische Antwortzeit pro Schicht, gemessen mit eigenen Aufzeichnungen oder Stichproben.
- PPV: wie viele gesendet und wie viele freigeschaltet wurden, die Freischaltquote und die genutzten Preise.
- Durchgeführte Promos (S4S, bezahlte Shoutouts, Tracking Links, Trial Links) mit Kosten, neuen Abonnenten und wie viele davon geblieben sind.
- Verwendeter Content: welche Sets, Videos und Vault-Inhalte rausgegangen sind und welcher Content noch produziert werden muss.
Die Aufteilung klar vorrechnen
Bei der Aufteilung wird Vertrauen gewonnen oder verspielt. Nenn nie nur den Endbetrag, sondern zeig jeden Schritt auf derselben Basis, die im Vertrag steht. Üblich ist: zuerst das, was Fans gezahlt haben, dann minus OnlyFans Gebühr, minus Erstattungen oder Chargebacks, falls der Vertrag das vorsieht, dann der Agenturanteil und am Ende das, was die Creatorin behält. Vereinbarte Kosten, etwa von der Agentur bezahlte Werbung, kommen in eine eigene Zeile.
Ein Beispiel: Fans haben im Monat 10.000 € gezahlt, OnlyFans behält 20% (2.000 €), netto bleiben also 8.000 €. Bei 40% Agenturanteil auf netto stellt die Agentur 3.200 € in Rechnung und die Creatorin behält 4.800 €. Rechnet der Vertrag den Anteil auf brutto, muss der Bericht das klar sagen, denn dieselben 40% sind dann 4.000 €. Mit dem kostenlosen Gebührenrechner unten kannst du diese Zahlen nachrechnen.
Eine Berichtsvorlage zum Wiederverwenden
Nutze jeden Monat dieselbe Struktur, damit die Creatorin weiß, wo sie schauen muss, und du den Bericht schnell füllen kannst. Gut funktioniert ein Dokument mit ein bis zwei Seiten oder ein Tabellenblatt pro Monat in einer geteilten Tabelle. Schreib kurze, sachliche Notizen und setz die wichtigste Zahl ganz nach oben.
- Zusammenfassung: drei Zeilen zum Monat, der Nettobetrag und die Veränderung zum Vormonat.
- Einnahmen: Tabelle nach Quelle laut OnlyFans Abrechnung, mit Zeitraum und Angabe brutto oder netto.
- Publikum: neu, aktiv, abgelaufen und Verlängerungen, jeweils mit dem Vormonat daneben.
- Chat und Verkäufe: Nachrichten, Antwortzeiten, gesendete und freigeschaltete PPV.
- Promos: was lief, was es gekostet hat, was es gebracht hat und was du wiederholst oder streichst.
- Content: was verwendet wurde, was am besten lief und was du im nächsten Monat von der Creatorin brauchst.
- Berechnung der Aufteilung: jeder Schritt von brutto bis zur Auszahlung an die Creatorin.
- Nächster Monat: zwei oder drei konkrete Maßnahmen und Entscheidungen, die du von ihr brauchst.
Wie oft berichten: kurz pro Woche, ausführlich pro Monat
Ein vollständiger Bericht jede Woche ist zu viel Arbeit und zu viel Rauschen, aber einen ganzen Monat zu warten lässt die Creatorin im Dunkeln. Viele Agenturen schicken ein kurzes Wochenupdate mit ein paar Zeilen zu den bisherigen Einnahmen, neuen Abonnenten, gelaufenen Promos und dem, was sie von der Creatorin brauchen, und den vollständigen Bericht einige Tage nach Monatsabschluss, wenn die OnlyFans Abrechnung für den Zeitraum komplett ist.
Leg die Termine vorher fest und halte sie ein. Ein Bericht, der immer am dritten Werktag kommt, schafft mehr Vertrauen als ein schöner, der zu spät kommt. Biete nach dem Monatsbericht ein kurzes Gespräch für Fragen an und halte gemeinsame Entscheidungen schriftlich fest.
Einen schwachen Monat ehrlich darstellen
Jeder Account hat schwache Monate. Stell die Zahlen zuerst dar, im gewohnten Format, und versteck sie nicht hinter guten Nachrichten. Erkläre dann die Ursachen, die du mit Daten belegen kannst, etwa weniger neue Abonnenten, weil eine bezahlte Promo wenig gebracht hat, mehr abgelaufene Abos nach einer Preisänderung oder weniger Content zum Verkaufen. Trenne, was die Agentur beeinflussen kann und was nicht, und gib eigene Fehler offen zu.
Schließ mit einem Plan ab: was du änderst, bis wann und wie du es im nächsten Wochenupdate misst. Überdeck einen schwachen Monat nie mit Taktiken, die gegen die OnlyFans Regeln verstoßen oder Fans täuschen, etwa Fake-Engagement, gekaufte Abonnenten oder Versprechen, die ein Chatter nicht halten kann. Sie verbessern vielleicht einen Bericht und gefährden dafür den ganzen Account.
Was nicht in den Bericht gehört
Der Bericht geht an die Creatorin, kann aber weitergeleitet, gespeichert oder anderen gezeigt werden. Lass also alles weg, was Schaden anrichtet, wenn es nach außen gelangt. Er sollte außerdem fokussiert bleiben: Mehr Seiten bedeuten nicht mehr Transparenz, und Füllmaterial versteckt die Zahlen, auf die es ankommt.
- Persönliche Daten von Fans, Klarnamen oder Screenshots privater Chats; nutze zusammengefasste Werte.
- Passwörter, Zwei-Faktor-Codes oder andere Zugangsdaten.
- Interne Teamthemen, Chatter-Gehälter oder Konflikte, die die Creatorin nicht betreffen.
- Vanity-Metriken wie Likes oder Impressionen ohne Bezug zu Einnahmen oder Abonnenten.
- Prognosen, die wie Versprechen klingen; kennzeichne jede Schätzung klar als Schätzung.
Schritt für Schritt
- Format vereinbaren. Leg im Vertrag fest, welche Kennzahlen du berichtest, ob die Aufteilung auf brutto oder netto basiert und an welchen Terminen Wochenupdate und Monatsbericht kommen.
- Einnahmen sammeln. Lade die OnlyFans Abrechnung der Creatorin für den ganzen Zeitraum herunter und gruppiere die Einnahmen nach Quelle.
- Aktivitätsdaten ergänzen. Exportiere Nachrichten, abonnierte und abgelaufene Fans und PPV-Ergebnisse aus deinen Tools und ergänze Promos und verwendeten Content.
- Aufteilung berechnen. Zeig jeden Schritt von dem, was Fans gezahlt haben, bis zur Auszahlung an die Creatorin, auf der Basis aus dem Vertrag.
- Zusammenfassung und Plan schreiben. Fass den Monat in drei Zeilen zusammen, erkläre Veränderungen mit Daten und nenne zwei oder drei Maßnahmen für den nächsten Monat.
- Senden und besprechen. Schick den Bericht zum vereinbarten Termin, biete ein kurzes Gespräch an und halte Entscheidungen schriftlich fest.
Quellen
- OnlyFans: Nutzungsbedingungen (2026-10-16)